Rathaus Zwickau

Die denkmalgerechte Totalsanierung des im Laufe von sechs Jahrhunderten mehrfach um- und angebauten Zwickauer Rathauses am Hauptmarkt sowie der Abbruch der Gebäude südlich des Rathauses und die Neubebauung bei Erhalt der Fassade an der Inneren Schneeberger Straße erfolgten im laufenden Betrieb von Straßenbahn (Gleisachse 2m vom Gebäude entfernt), Fernwärmeanlagen (Durchquerung Keller), Fußgängerzone und Nutzung der angrenzenden Wohngebäude.

Kernstück des neuen Rathausensembles ist der zentral im Bereich des ehemaligen Rathausinnenhofs situierte Bürgersaal, Tagungsort des Stadtparlamentes, dessen Transparenz sich über das umgebende Foyer bis in die Büroflügel der Stadtverwaltung zieht und symbolisch für demokratische Offenheit steht. Dabei stellt sich, untermalt durch die großflächig verglasten Dächer und Fassaden die Empfindung einer Stadt-in-Stadt-Struktur ein. Der Neubau hält gewollt über eine eingeschobene Terrasse in Achtung des historischen Bestandes Abstand zur wieder freigelegten Südwand der spätgotischen Jakobskapelle, die sich im Innern nach Sicherung und Abdeckung verschiedener fragmentärer Befunde wieder ihrer barocken Farbfassung des 17. Jahrhunderts annähert.

Die Baumaßnahmen im historischen Bauteil haben viele, immerfort überformte Bauschichten des jeweils gültigen Zeitgeistes offen gelegt, deren älteste Zeugnisse bis in die Zeit vor dem Stadtbrand von 1403 reichen. Die historische Gestalt des alten Rathauses neben die moderne des neuen zu stellen, ohne gegeneinander zu konkurrieren, war auch im Innern des Gebäudes Ziel des Entwurfs. Dabei wurde der historische Bau behutsam und unter Einbezug der Denkmalpflege gestaltet und saniert.